Zertifizierungsverordnung Mediator

Die Begriff „Mediator“ ist bislang keine geschützte Berufsbezeichnung. Das bedeutet insbesondere, dass es für potentielle Kunden kaum nachvollziehbar ist, über welche Qualifikation ein Mediator verfügt. Derzeit gibt es viele verschiedene Ausbildungsstellen und –Methoden. Anwälte, die als Mediatoren auftreten, dürfen sich zumindest nach § 7a der anwaltlichen Berufsordnung (BORA) nur dann als Mediator bezeichnen, wenn sie durch geeignete Ausbildung nachweisen können, dass sie die Grundsätze des Mediationsverfahrens beherrschen. Auch dies klingt jedoch eher vage und wird lediglich an bestimmten Inhalten und Mindestzeitstunden festgemacht. Daher wird seit einiger Zeit über eine entsprechende Zertifizierung nachgedacht. Die Rechtsverordnung dazu wurde schließlich am 31. August 2016 verkündet. Sie tritt am 1. September 2017 in Kraft. An der Grundproblematik der gesetzlichen Regelung (§§ 5, 6 MediationsG), dass keine Überprüfung der Zertifizierungsvoraussetzungen stattfindet, konnte der Verordnungsgeber allerdings nichts ändern. Auch eine Kontrolle der Ausbildungsinstitute, der Fortbildung und der Praxiserfahrung konnte mangels gesetzlicher Grundlage nicht eingeführt werden. Für den Erwerb der Praxiserfahrung werden vier in einer Einzelsupervision besprochene Mediationen innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Ausbildung verlangt; Anforderungen an den Supervisor sieht die Verordnung nicht vor. Dass an Mediatoren, die im Ausland ausgebildet wurden, in § 6 der Verordnung geringere Anforderungen gestellt werden, erweckt zudem den Eindruck einer Diskriminierung inländischer Ausbildungsgänge.